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Die
Schmerzklinik ist nach § 40 SGB V von allen gesetzlichen Krankenkassen als Rehabilitationseinrichtung anerkannt (von den Privatkassen als gemischte Krankenanstalt) und auch beihilfefähig.

HÜFTARTHROSE
Primäre und symptomatische Arthrose der Hüfte

Die spezielle Schmerztherapie verfügt über eine sehr hilfreiche Therapiemethode, die nicht nur den Schmerz sondern auch die Ursache erfolgreich behandelt (siehe weiter unten).

Als Hüftarthrose wird die Arthrose des Hüf tgelenks bezeichnet.

"Arthro" ist ein altgriechisches Wort und bedeutet "Gelenk" und die Endung "ose" steht für einen nichtentzündlichen krankhaften Zustand. Bei einer Arthrose handelt es sich demnach um eine nicht entzündliche Gelenkerkrankung

Man unterscheidet bei der Hüftarthrose zwei Formen:

  1. Primäre Hüftarthrose. Darunter versteht man eine Eigenerkrankung des Hüf tgelenks in Form einer anlagebedingten Minderwertigkeit des Gelenkknorpels ohne Vorerkrankung.

  2. Symptomatische Hüftarthrose nach Vorerkrankungen. Typische Vorerkrankungen sind z.B. die rheumatische Arthritis (= Gelenkentzündung), kongenitale Hüftluxationen (= angeborene Hüftgelenkausrenkungen), Schenkelhalsbrüche, id iopathische (= ohne erkennbare Ursache entstandene) Nekrosen (= örtlicher Gewebstod) des Hüftkopfes.

Die Hüftarthrose ist eine vorwiegend degenerative (= abnutzungsbedingte) Gelenkerkrankung, hauptsächlich des Gelenkknorpels, die (mit großen Schwankungen) erst mit zunehmendem Alter auftritt. Es bestehen chronische, schmerzhafte, zunehmend funktionsbehindernde Gelenkveränderungen (Gelenkverschleiß) infolge eines Mißverhältnisses zwischen Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels.
Die Ausbildung einer Hüf
tarthrose und der damit verbundenen Schmerzen kann durch mehrere Faktoren begünstigt werden. So z.B. durch Vorschädigungen infolge eines Unfalls oder auch eigenständige Gelenksentzündungen (Coxitis).Darüber hinaus können auch permanente Fehlbelastungen z.B. bei Fehlstellung der Beine (X- oder O-Bein e) zu einer Hüf tarthrose führen. Zur Prävention (= Vorbeugung) sollten deshalb präarthrotische (= einer Arthrose vorausgehende, begünstigende) Deformitäten (= Fehlbildungen) beseitigt werden.

In den letzten Jahren hat die operative Behandlung der schmerzhaften Hüftarthrose große Bedeutung erlangt. Folgende Methoden stehen zur Verfügung:

Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten optimale Voraussetzungen für eine nachfolgende Anschlußheilbehandlung (Anschlußrehabilitation). Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken). Übrigens....seit dem 1.4.2007 haben laut Bundesregierung alle gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen.

Nicht wenige Patienten mit Schmerzen aufgrund einer Hüftarthrose kommen aber zum Schmerztherapeut bzw. in Schmerzkliniken, weil sie eine Operation vermeiden bzw. zeitlich hinauszögern wollen oder eine Operation aus anderen gesundheitlichen Gründen risikobehaftet ist. Die moderne Schmerztherapie (multimodale Schmerztherapie) verfügt über hilfreiche Behandlungsmöglichkeiten, die auch bei Hüftarthrose z.T. zu erstaunlichen Resultaten führen.

Spezielle Schmerztherapie bei Hüftarthrose (primäre und symptomatische)

Medikamentöse Schmerztherapie bei Arthrose in der Hüfte (primäre und symptomatische):
Akut (= plötzlich einsetzend, heftig) und subakut (= eher schleichend verlaufend) können zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheuma mittel), aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und magen schonende wie z.B. Meloxicam. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch Muskel relaxanzien (= Mittel zur Entspannung von Muskeln) (z.B. Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber die Schmerz zustände nur mit zentral wirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Tilidin, bzw. Tilidin mit Naloxon oder auch Mophin) (= im Gehirn bzw. Rücken mark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Schmerzmittelabhängigkeit vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva
(= Mittel gegen Depressionen, aber auch bei chronischen Schmerzen wirksam) (z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) zur Schmerzbehandlung:
Bei anhaltenden Schmerzen aufgrund einer Hüf tarthrose sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und Nervenblockade n. Dabei wird das schmerzhafte Gelen k wiederholt (stationär bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär (= um die Gelenkkapsel herum) infiltriert. Das Gelen k kann auch mit "Zeel" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Als nächst höhere Therapiestufe sind bei schmerzhafter Hüftarthrose häufig auch Katheterverfahren sinnvoll. Hierbei wird über einen dünnen Kunststoffschlauch, der in örtlicher Betäubung dicht an schmerzleitende Nerven
strukturen gelegt wird, mehrfach täglich ein örtliches Betäubungsmittel eingespritzt.Der Katheter wird nach ca. 14-tägiger, konsequenter Behandlungszeit dann wieder entfernt.
Die das Hüftgelen
k versorgende Ner ven stammen ja aus dem sog. Pl exus lum balis (= Nervengeflecht der Lende). Dieser Plexus kann über den Nervus femora lis (= vorderer Oberschenkel nerv), der selbst dem Pl exus lum balis entstammt, betäubt werden. Der dünne Kunststoffschlauch (Katheter) wird deshalb etwas unterhalb der Leiste an den vorderen Oberschenkelnerv gelegt, und zwar genau in dessen Ner venscheide (= Gewebsumhüllung der Nervs). Während nun das verdünnte Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) mehrmals täglich in den Katheter eingespritzt wird, wird der Oberschen kel mit einer Manschette unterhalb der Kathetereinstichstelle abgestaut. Auf diese Weise wird das eingespritzte örtliche Betäubungsmittel innerhalb der Ner venscheide nach oben „getrieben“ und betäubt dann zusätzlich den Pl exus lum balis und damit auch das Hüftgelen k.
Wenn die Hüftarthrose beiderseits besteht, wird man eher die epidurale
(= rückenmarknahe) Betäubung mit Katheter durchführen.

Grundsätzlich wird das Lokalanästhetikum jeweils so verdünnt verabreicht, daß nur die Sensibilität (= u.a. Schmerz empfindung) betroffen ist, die Motorik (= Muskel funktion) aber erhalten bleibt und damit begleitend intensive, gelenkfunktionserhaltende sowie funktionsfördernde krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind, bzw. bei stärkeren Schmerz en durch Hemmung der Nozizeption (= Schmerz reizleitung) erst in vollem Umfang möglich werden.
Nervenblockaden haben darüber hinaus einen sehr günstigen Nebeneffekt. Durch die gleichzeitige Blockade vegetativer Nervenfaseranteile
(= Ner ven des unwillkürlichen Nervensystems) kommt es im korrespondierenden Gewebebereich zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jedem entzündlich/degenerativen Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist bei Hüf tarthrose diese Behandlung nicht nur symptomatisch (= nicht nur auf den Schmerz gerichtet), sondern auch kurativ (= heilend).

Aktuell schreibt die Deutsche Arthrose-Hilfe e.V. dazu:
" Was tun gegen Arthrose in der Hüfte? Schmerzen in der Hüfte können in vielen Fällen auf eine Durchblutungsstörung hinweisen, die sogar zu einem Zusammenbrechen des Hüftkopfs führen kann. Oft entwickelt sich dann eine besonders schwere Arthrose des Hüf tgelenk s."

Physikalische Schmerztherapie:
Auch eine Elektrostimulation kann bei Hüftarthrose (primäre und symptomatische) eine Linderung der Schmerzen herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem Gelen k aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist. Manche Patienten mit einer Hüf
tarthrose empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls Schmerzen in den Hüf ten lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei einer Arthrose in der Hüftenicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber die heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist, Gelenkfunktionen zu fördern bzw. zu erhalten.

Andere Maßnahmen zur Schmerztherapie:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur (Schmerzakupunktur) zur Behandlung einer schmerzhaften Hüftarthrose nicht unerwähnt bleiben. Auch eine Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie) kann bei Hüftarthrose hilfreich sein, gleiches gilt für die Hochtontherapie.
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen der psychologischen Schmerztherapie eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie. Bei chronischen Schmerz en aufgrund einer Hüftarthrose ist auch ein Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.

Weitere Arthrosen:
Gonarthrose
Omarthrose
Sprunggelenkarthrose
Handgelenkarthrose
Spondylarthrose


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