Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt (von den Privatkassen als
gemischte Krankenanstalt) und auch beihilfefähig.
HÜFTARTHROSE
Primäre und symptomatische Arthrose
der Hüfte
Die spezielle Schmerztherapie verfügt über eine sehr hilfreiche Therapiemethode, die nicht nur den Schmerz sondern auch die Ursache erfolgreich behandelt (siehe weiter unten).
Als Hüftarthrose wird die Arthrose des Hüf tgelenks bezeichnet.
"Arthro" ist ein altgriechisches Wort und bedeutet "Gelenk" und die Endung "ose" steht für einen nichtentzündlichen krankhaften Zustand. Bei einer Arthrose handelt es sich demnach um eine nicht entzündliche Gelenkerkrankung
Man unterscheidet bei der Hüftarthrose zwei Formen:
Primäre Hüftarthrose. Darunter versteht man eine Eigenerkrankung des Hüf tgelenks in Form einer anlagebedingten Minderwertigkeit des Gelenkknorpels ohne Vorerkrankung.
Symptomatische Hüftarthrose nach Vorerkrankungen. Typische Vorerkrankungen sind z.B. die rheumatische Arthritis (= Gelenkentzündung), kongenitale Hüftluxationen (= angeborene Hüftgelenkausrenkungen), Schenkelhalsbrüche, id iopathische (= ohne erkennbare Ursache entstandene) Nekrosen (= örtlicher Gewebstod) des Hüftkopfes.
Die Hüftarthrose
ist eine vorwiegend degenerative
(= abnutzungsbedingte)
Gelenkerkrankung,
hauptsächlich des Gelenkknorpels, die (mit großen Schwankungen) erst mit
zunehmendem Alter auftritt. Es bestehen chronische, schmerzhafte, zunehmend
funktionsbehindernde Gelenkveränderungen (Gelenkverschleiß)
infolge eines Mißverhältnisses zwischen Belastung und Belastbarkeit des
Gelenkknorpels.
Die Ausbildung einer Hüf
tarthrose und der damit verbundenen
Schmerzen kann
durch mehrere Faktoren begünstigt werden. So z.B. durch Vorschädigungen infolge
eines Unfalls oder auch eigenständige
Gelenksentzündungen
(Coxitis).Darüber
hinaus können auch permanente Fehlbelastungen z.B. bei Fehlstellung der
Beine (X-
oder O-Bein
e) zu einer Hüf
tarthrose führen. Zur Prävention
(= Vorbeugung)
sollten deshalb präarthrotische
(= einer
Arthrose
vorausgehende, begünstigende)
Deformitäten (= Fehlbildungen)
beseitigt werden.
In den letzten Jahren hat die operative Behandlung der schmerzhaften Hüftarthrose große Bedeutung erlangt. Folgende Methoden stehen zur Verfügung:
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten optimale Voraussetzungen für eine nachfolgende Anschlußheilbehandlung (Anschlußrehabilitation). Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken). Übrigens....seit dem 1.4.2007 haben laut Bundesregierung alle gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen.
Nicht wenige Patienten mit Schmerzen aufgrund einer Hüftarthrose kommen aber zum Schmerztherapeut bzw. in Schmerzkliniken, weil sie eine Operation vermeiden bzw. zeitlich hinauszögern wollen oder eine Operation aus anderen gesundheitlichen Gründen risikobehaftet ist. Die moderne Schmerztherapie (multimodale Schmerztherapie) verfügt über hilfreiche Behandlungsmöglichkeiten, die auch bei Hüftarthrose z.T. zu erstaunlichen Resultaten führen.
Spezielle Schmerztherapie bei Hüftarthrose (primäre und symptomatische)
Medikamentöse Schmerztherapie
bei Arthrose in der Hüfte
(primäre und symptomatische):
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und
subakut (= eher schleichend verlaufend) können
zunächst (vorwiegend) peripher wirkende
Analgetika
(= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale
Antirheumatika
(=
Rheuma
mittel),
aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und
magen
schonende wie z.B.
Meloxicam. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B.
Parecoxib oder Etoricoxib,
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon
andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren
schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskel
relaxanzien
(= Mittel zur Entspannung von
Muskeln) (z.B.
Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber die
Schmerz
zustände nur mit zentral wirkenden
Analgetika (z.B. Tramadol,
Tilidin, bzw. Tilidin mit Naloxon oder auch Mophin) (= im
Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel)
beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der
Gefahr der Gewöhnung oder gar
Schmerzmittelabhängigkeit
vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen
Depressionen,
aber auch bei chronischen
Schmerzen wirksam)
(z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel
einzusparen.
Therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
zur
Schmerzbehandlung:
Bei anhaltenden Schmerzen aufgrund
einer Hüf
tarthrose sollten rechtzeitig alternative
Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes
Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die
therapeutische Lokalanästhesie
mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B.
Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und
Nervenblockade
n. Dabei wird das schmerzhafte Gelen k wiederholt (stationär
bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär
(= um die Gelenkkapsel herum)
infiltriert. Das Gelen k kann auch mit
"Zeel" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer"
Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Als nächst höhere Therapiestufe sind bei schmerzhafter
Hüftarthrose
häufig auch
Katheterverfahren
sinnvoll. Hierbei wird über einen dünnen Kunststoffschlauch, der in örtlicher
Betäubung dicht an schmerzleitende
Nerven
strukturen gelegt wird, mehrfach täglich ein
örtliches Betäubungsmittel
eingespritzt.Der Katheter wird nach ca. 14-tägiger, konsequenter
Behandlungszeit dann wieder entfernt.
Die das Hüftgelen
k versorgende Ner ven stammen ja aus
dem sog. Pl
exus lum balis
(= Nervengeflecht der
Lende).
Dieser
Plexus kann über
den Nervus femora
lis
(= vorderer
Oberschenkel
nerv), der selbst dem Pl
exus lum balis
entstammt, betäubt werden. Der dünne Kunststoffschlauch (Katheter) wird deshalb
etwas unterhalb der
Leiste an den
vorderen Oberschenkelnerv gelegt, und zwar genau in dessen Ner
venscheide (=
Gewebsumhüllung der Nervs). Während nun das
verdünnte
Lokalanästhetikum
(=
örtliches Betäubungsmittel)
mehrmals täglich in den Katheter eingespritzt wird, wird der Oberschen
kel mit einer Manschette unterhalb der Kathetereinstichstelle abgestaut.
Auf diese Weise wird das eingespritzte örtliche Betäubungsmittel innerhalb der
Ner
venscheide nach oben „getrieben“ und betäubt
dann zusätzlich den Pl
exus lum balis und damit auch
das Hüftgelen
k.
Wenn die
Hüftarthrose
beiderseits besteht, wird man eher die epidurale
(= rückenmarknahe)
Betäubung mit Katheter durchführen.
Grundsätzlich wird das
Lokalanästhetikum
jeweils so verdünnt verabreicht, daß nur die Sensibilität
(= u.a.
Schmerz
empfindung)
betroffen ist, die Motorik
(=
Muskel
funktion)
aber erhalten bleibt und damit begleitend intensive, gelenkfunktionserhaltende
sowie funktionsfördernde krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind,
bzw. bei stärkeren
Schmerz en durch Hemmung der
Nozizeption (=
Schmerz
reizleitung) erst
in vollem Umfang möglich werden.
Nervenblockaden
haben darüber hinaus einen sehr günstigen Nebeneffekt. Durch die gleichzeitige
Blockade vegetativer Nervenfaseranteile
(= Ner
ven des unwillkürlichen
Nervensystems) kommt es im
korrespondierenden Gewebebereich zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung,
die jedem entzündlich/degenerativen Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In diesem
Sinne ist bei Hüf
tarthrose diese Behandlung nicht nur
symptomatisch (=
nicht nur auf den Schmerz gerichtet),
sondern auch kurativ
(= heilend).
Aktuell schreibt die
Deutsche Arthrose-Hilfe e.V. dazu:
" Was tun gegen
Arthrose
in der Hüfte? Schmerzen in der Hüfte können in vielen Fällen auf eine
Durchblutungsstörung hinweisen, die sogar zu einem Zusammenbrechen des
Hüftkopfs führen kann. Oft entwickelt sich dann eine besonders schwere Arthrose
des Hüf
tgelenk
s."
Physikalische
Schmerztherapie:
Auch eine Elektrostimulation kann bei
Hüftarthrose
(primäre und symptomatische) eine Linderung der Schmerzen herbeiführen.
Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS)
hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die
Elektroden werden paarig über dem Gelen k aufgeklebt. Durch Veränderung
der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert
werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche
Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen
Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit einer Hüf
tarthrose empfinden allerdings lokale
Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können
ebenfalls Schmerzen in den Hüf ten
lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei
einer Arthrose in der
Hüftenicht
sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter
schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen
Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber die heilgymnastische Therapie, da meist nur
diese geeignet ist, Gelenkfunktionen zu fördern bzw. zu erhalten.
Andere Maßnahmen zur
Schmerztherapie:
Der Vollständigkeit halber darf die
Akupunktur
(Schmerzakupunktur)
zur Behandlung einer schmerzhaften
Hüftarthrose
nicht unerwähnt bleiben. Auch eine
Magnetfeldtherapie (pulsierende
Signaltherapie) kann bei
Hüftarthrose
hilfreich sein, gleiches gilt für die
Hochtontherapie.
Hypnoide (=
bewußtseinsverändernde) Verfahren
wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen
der
psychologischen Schmerztherapie eine sinnvolle Ergänzung der
Gesamtstrategie. Bei chronischen Schmerz
en aufgrund einer
Hüftarthrose ist auch ein
Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.
Weitere
Arthrosen:
Gonarthrose
Omarthrose
Sprunggelenkarthrose
Handgelenkarthrose
Spondylarthrose
Haftungshinweis:
Für die gemachten Angaben wird keine Gewähr übernommen; im Einzelfall ist immer
ein Arzt zu konsultieren! Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen
wir auch keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der
verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.
- Für Sie waren wir sehr fleißig -
Zu
weiteren (fast allen) Schmerzthemen gelangen Sie hier:
www.schmerz.com/schmerzthemen (einfach nur anklicken)
Schmerzklinik (1), Schmerzklinik (2) Schmerzklinik (3)
------------------------------------------------------------
<strong>primäre</strong> <strong>symptomatische</strong> <strong>Arthrose</strong> <strong>Hüfte</strong>